
Ratgeber · Recht & Politik
Welche EU-Regeln betreffen Ferienwohnungen? Fünf Bereiche im Überblick
Mehrere EU-Regeln erreichen Vermieter über Plattformen, Daten und Verbraucherrecht. Dieser Überblick trennt fünf Bereiche, ihre praktische Bedeutung und die nächsten sinnvollen Schritte.
1 · STR-Verordnung (EU) 2024/1028
Betrifft Registrierung und Plattformdaten.
Die Verordnung (EU) 2024/1028 ist seit 20. Mai 2026 anwendbar. Wo ein Registrierungsverfahren besteht, regelt sie Registrierungsnummern und die Datenübermittlung von Online-Plattformen an den Single Digital Entry Point des Mitgliedstaats. Plattformen müssen Nummern anzeigen, regelmäßig zufällig prüfen und behördliche Entfernungsanordnungen umsetzen. Für kleine und Kleinstplattformen kann eine quartalsweise Übermittlung gelten.
Information
Kläre bei der zuständigen Stelle, ob Deine Einheit registriert werden muss. Prüfe anschließend, ob die Nummer in den betroffenen Inseraten steht und Deine Datenquellen denselben Stand haben.
2 · DAC7 und Plattformen-Steuertransparenzgesetz
Betrifft Steuerdaten von Plattformen.
Seit 1. Januar 2023 melden erfasste Plattformbetreiber jährlich steuerlich relevante Anbieter- und Transaktionsdaten an das Bundeszentralamt für Steuern. Welche Angaben im Einzelfall gemeldet werden, richtet sich nach dem Gesetz und dem jeweiligen Sachverhalt. Das BZSt beschreibt das Meldeverfahren. Ob und wie die Finanzverwaltung Daten in einem konkreten Fall abgleicht, lässt sich daraus nicht pauschal ableiten.
Information
Stimme Plattformabrechnungen, eigene Aufzeichnungen und Steuererklärungen mit Deiner Steuerberatung ab. Kläre Abweichungen anhand der tatsächlichen Transaktionen, nicht anhand pauschaler Annahmen.
3 · DSGVO
Betrifft Gästedaten und Zugriffe.
Meldescheine, Buchungshistorien und gegebenenfalls Ausweisdaten sind personenbezogene Daten. Für den Betrieb sind unter anderem Rechtsgrundlage, Datenminimierung, Zugriffsrechte, Auftragsverarbeitung, Aufbewahrung und Löschung zu klären. Die Frist eines Meldescheins beantwortet nicht automatisch alle Datenschutzfragen.
Information
Erstelle eine aktuelle Tool- und Datenliste. Dokumentiere, wer auf welche Daten zugreifen darf, welche Auftragsverarbeitungsverträge gelten und wann Daten gelöscht werden.
4 · Barrierefreiheitsstärkungsgesetz
Betrifft bestimmte Direktbuchungsstrecken.
Seit 28. Juni 2025 gelten die Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes für erfasste E-Commerce-Dienstleistungen. Eine Direktbuchungsstrecke für Verbraucher kann darunter fallen. Für bestimmte Dienstleistungen von Kleinstunternehmen besteht eine Ausnahme; die Bundesfachstelle Barrierefreiheit erläutert die Einordnung für Online-Shops.
Information
Prüfe, ob Deine Buchungsstrecke in den Anwendungsbereich fällt. Unabhängig davon helfen klare Kontraste, Tastaturbedienung und verständliche Fehlermeldungen allen Gästen.
5 · Verbraucherrecht
Betrifft Preis, Storno und den Bestellschritt.
Bei einer Direktbuchung mit Verbrauchern müssen Preisangaben, Stornobedingungen und der zahlungsauslösende Bestellschritt klar sein. Die Verbraucherrechterichtlinie verlangt eine eindeutige Formulierung wie „zahlungspflichtig bestellen“ oder eine entsprechend eindeutige Wendung. Für Beherbergungsleistungen zu einem festen Termin oder Zeitraum gilt die Widerrufsausnahme nach Art. 16 Buchst. l der Richtlinie; die konkrete Vertragsgestaltung bleibt gesondert zu prüfen.
Information
Lass Preisangaben, Bestellbutton, Stornobedingungen und Vertragsinformationen für Deine konkrete Buchungsstrecke prüfen.
Was alle fünf Bereiche gemeinsam haben
Wenn Buchungen, Rechnungen, Meldungen und Abgaben auf nachvollziehbaren Daten beruhen, wird die Abstimmung einfacher. Das erfüllt nicht automatisch jede rechtliche Pflicht. Es schafft aber eine belastbare Grundlage, auf der zuständige Stellen und Fachberatung den Einzelfall prüfen können.
Fünf Regelwerke im Überblick
Im Erstgespräch ordnen wir, welche Daten- und Prozessfragen Deinen Betrieb betreffen und welche Fachberatung Du dafür brauchst.
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